Klavierunterricht macht intelligenter!

Die Bastian-Studie

In den Jahren 1992 bis 1998 hat Prof. Hans Günther Bastian in einer Langzeitstudie untersucht, wie sich Musikerziehung, unter anderem in Form von Klavierunterricht, auf die Entwicklung von Kindern, auswirkt. Es war die bisher umfangreichste Studie zu diesem Thema in Europa. Dabei wurden über einen längeren Zeitraum Grundschulklassen untersucht, in denen Kinder ein Instrument erlernen, in Ensembles spielen und wöchentlich zweistündigen Musikunterricht erhalten. Diese wurden mit Grundschulklassen verglichen, in denen Kinder nur eine Wochenstunde Musik erhalten.

Musik und soziale Kompetenz

Die Langzeitstudie ergab, dass bei Kindern mit erweitertem Musikunterricht die soziale Kompetenz viel ausgeprägter ist und es in den musikbetonten Klassen zu viel weniger Ausgrenzung von Schülern kommt, als in Klassen ohne Musikschwerpunkt. Das Ergebnis ist kaum überraschend, denn Musik ist ein in hohem Grade soziales Medium. Menschen werden durch sie zusammengeführt. Beim Ensemblespiel beispielsweise ist man aufeinander angewiesen, um etwas Gemeinsames zu kreieren.

Musik und Intelligenz

Ein zweites wichtiges Ergebnis der Studie führte zu der Erkenntnis, dass Kinder, die ein Instrument lernen, intelligenter werden. Man konnte bereits nach vier Jahren erweiterter Musikerziehung einen deutlich erhöhten Intelligenzquotienten gegenüber der Vergleichsgruppe verzeichnen. Die Gründe für den Zuwachs an geistigen Fähigkeiten liegen auf der Hand. Die Verarbeitung von Melodie und Rhythmus beansprucht mehrere Teile des Gehirns gleichzeitig. Darunter solche, die akustische Signale auswerten – aber auch Areale, die für feinmotorische, ausführende und antizipierende Fähigkeiten zuständig sind. Jede Komposition beinhaltet Raum- und Zeitdenken und stößt damit abstrakte und komplexe Denkprozesse an, die eine Grundlage für viele andere Fachbereiche wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Technik ist. Beispielsweise muss ein Kind, wenn es vom Blatt spielt, schnell und simultan Informationen in großer Fülle und Dichte speichern und verarbeiten.

Außerdem spricht die Musik jeden Menschen auch auf emotionaler Ebene an und ist damit aus neuronaler Sicht eine hochvernetze Angelegenheit. In einer weiteren Studie wurde belegt, dass vom limbischen System aus durch Musik hervorgerufene Emotionen die Hirnaktivität enorm steigern. Man erkannte, dass regelmäßiges Musizieren die neuronale Struktur, vor allem in den für die koordinativen Leistungen wichtigen Hirnbereichen, verändert.

Transfereffekte der Musikerziehung

Die Arbeitswelt fordert häufig die so genannten „soft skills“ ein. Wer ein Instrument erlernt, übt sich in wichtigen Eigenschaften wie Geduld, Disziplin, Konzentration und Zielstrebigkeit. Diese Fähigkeiten begleiten die Kinder ein Leben lang. Kinder, die in Bühnensituationen erfahren sind, treten viel selbstbewusster vor die Klassengemeinschaft oder später das Kollegium oder die Kundschaft, um Vorschläge oder Ergebnisse zu präsentieren.

Die Erkenntnisse der Studien sollten jedoch nicht zu einer Pädagogisierung führen, indem Musik lediglich für außermusikalische Zwecke missbraucht wird. Die Transfereffekte sind erfreulich und bestätigen nur zusätzlich, wie wichtig Musik für Kinder ist. Das Klavier eignet sich hervorragend als erstes Instrument. Kein anderes Instrument bietet so vielfältige musikalische Entfaltungsmöglichkeiten. Selbst wenn Ihr Kind sich später für ein anderes Instrument entscheiden sollte – was es sich im Klavierunterricht erwirbt, wird ihm bleiben: das Gefühl für Rhythmus, Melodie und Harmonie.

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